the portuguese prison photo project – eine Ausstellung über fotografische Einblicke in portugiesische Gefängnisse

Vom 19. Oktober 2021 bis 5. Januar 2022 im Torre do Tombo, Lissabon.

the portuguese prison photo project gibt einen aktuellen Einblick in sieben portugiesische Gefängnisse. Vom grössten und ältesten der 1880er-Jahre bis zu den neusten von 2004 repräsentieren diese Estabelecimentos prisionais über einen Viertel der Haftplätze.

Die Bilder wurden von einem portugiesischen und einem Schweizer Fotografen 2016/2017 und 2020 aufgenommen. Ihre fotografische Umsetzung ergeben zwei völlig unterschiedliche, sich ergänzende Sichtweisen. Es ist das erste Fotoprojekt dieses Umfanges über Gefängnisse in Portugal.

Nach dem beachtlichen Erfolg der ersten Foto-Ausstellung im 2017, nach der Verleihung des Preises für beste Fotoarbeit 2017 durch die S.A.P. an Luis Barbosa, sowie einer weiteren Ausstellung im Museu do Aljube 2019, findet nun die bereits die dritte Ausstellung wiederum mit einem neuen, den Gegebenheiten angepassten Konzept, im Arquivo Nacional Torre do Tombo in Lissabon statt.

Die Fotografen

Luis Barbosa

Fotograf und Ausbilder am Instituto Português de Fotografia IPF in Porto | geboren 1975, in Porto, Portugal
www.luisbarbosaphotography.com

Er spezialisierte sich auf soziale und kulturelle Foto­dokumen­tation. Sein Interesse für Foto­grafie führte ihn früh in die Dunkel­kammer und zur experi­mentellen Schwarz-Weiss-Technik, die er weiter­hin bevor­zugt. Er zeigt seine Arbeiten in Aus­stellungen und in seinem Blog. Er bildete sich am IPF in Porto aus, wo er heute junge Foto­grafen unter­richtet. Die An­frage zur Mit­arbeit an diesem Projekt stiess bei ihm sofort auf grosse Be­geisterung.
Mit seinen harten Schwarz-Weiss-Bildern stellt er schwerpunkt­mässig die Perspektive der Gefangenen und deren Gefühlswelt dar.

„Da ich nie zuvor ein Gefängnis betreten hatte, war ich erfreut, bald eine neue, verborgene Welt ent­decken zu dürfen, aber auch bewusst, dass die Teil­nahme einigen emotionalen Stress mit sich bringen würde.“

Luis Barbosa, Fotograf

Peter M. Schulthess

Fotograf SBF*, spezialisiert auf Architekturfotografie | geboren 1966 in Basel, Schweiz | www.prison.photography

Seit seinem ersten zufälligen foto­grafischen Einblick vor 15 Jahren in die lokale Straf­anstalt wurde die Gefäng­nis­foto­grafie und der Justiz­vollzug im Allge­meinen zu seinem Lang­zeit­projekt, mit dem er sich auch publi­zistisch aus­einander­setzt. Nebst den Gefäng­nissen in der Schweiz besuchte er auch Ein­richtungen in Deutsch­land und nun auch in Portugal. Während seinen insgesamt 6 Tagen in den portu­giesischen Gefäng­nissen wurde er von Gilda Santos von der Uni­versi­tät Porto begleitet.
*) Mitglied des Verbandes Schweizer Berufs­foto­grafen und Filmgestalter SBF

“Das Projekt führte mich in ein Land, das ich vorher nicht kannte. Was werde ich sehen und was fotografieren können? Und welche Bilder dürfen wir zeigen?”

Peter M. Schulthess, Fotograf

Die Ausstellung

19. Oktober 2021 – 5. Januar 2022

Vom 19. Oktober 2021 bis 5. Januar 2022 zeigen die beiden Fotografen ihre An- und Einsichten der 8 Gefängnisse mit 28 grossformatigen Prints. Jedes der Gefängnisse werden zudem in separaten, wiederum grossformatig gedruckten Portfolio-Alben vorgestellt, die einen tieferen Einblick in die Architektur, den Alltag, die Lebensbedingungen der Gefangenen und das Umfeld des Personals zeigt. Ein kurzer Text über das jeweilige Gefängnis hilft bei der Entschlüsselung der Bilder. Führungen sind keine geplant.

Torre do Tombo, Lissabon

Nationalarchiv Portugal | monumentaler Neubau von 1991 | auf dem Campus der Lissabonner Universität im Stadtteil Campo Grande

Im Neubau des Nationalarchivs befinden sich nebst staatsrelevanten Urkunden, Akten, Dokumente und Schriftstücke Portugals aus über 600 Jahren, auch die Büros der Verwaltung, ein Lesesaal und Ausstellungsräume.

Torre do Tombo. Foto: Peter Schulthess
Torre do Tombo. Photo: Peter Schulthess

Standort

Öffnungszeiten

Mo. – Fr.: 9:30 – 19:30 Uhr
Sa. 9:30 – 12:30 Uhr

Sonntag geschlossen

Eintrittspreis

Eintritt: gratis

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